Unsere Heimwerker-Tipps

Toilette benutzen, duschen, baden, Zähne putzen, Hände waschen, Gemüse putzen – jeden Tag benutzen wir unsere WCs, Wasch- und Spülbecken, ohne dass wir uns Gedanken über das ablaufende Wasser machen. Erst wenn das Rohr verstopft und nichts mehr abfließen will, kommt uns das Abwasserrohr wieder in den Sinn.
Hier gebe ich Tipps zur Rohrreinigung und sage dir, wie du Verstopfungen in Zukunft verhinderst könntest. Meine links zu Amazon-Produkten stellen übrigens ausdrücklich KEINE Kaufempfehlungen dar, sondern sollen nur zur bildlichen Orientierung dienen, welche Werkzeuge ich jeweils meine. 

Allgemeines

Grundsätzlich

Die folgenden Tipps basieren auf meiner individuellen Berufserfahrung und sind natürlich ohne jegliche Gewähr. Wer sicher gehen will, ruft immer den Profi! Aber natürlich gibt es Situationen, in denen selbst Hand angelegt werden möchte, soll oder muss. Um hier dem Heimwerker eine Hilfe zu geben, habe ich die folgende Sammlung zusammen gestellt.

Chemische Mittel

Von chemischen Mitteln (egal ob gekauft oder mit Hausmitteln selbst gemischt) halte ich überhaupt nichts. Sie belasten das Klärwerk und damit die Umwelt. Wem das wirklich nicht schon Grund genug ist, darauf zu verzichten, dem sei gesagt, dass sie auch die Rohre - vor allem die Dichtungen der Rohrverbindungen - angreifen und so für Wasserschäden sorgen können, die zunächst lange unentdeckt bleiben, aber langfristig auch z.B. zu Schwarzschimmel führen.

Hochdruck-Spülen

In Baumärkten und Discountern werden für kleines Geld "Rohrreinigungsschläuche" für Haushalts-Hochdruckreiniger angeboten. Richtig angewendet, können sie tatsächlich zum vorsorglichen Spülen von kleineren Rohren benutzt werden. Leichte Verstopfungen in kleinen Rohren können ebenfalls bekämpft werden, aber für eine wirkliche Reinigung oder größere Rohrdurchmesser (Grundrohre, Fallrohre, Toilettenanschlüsse) fehlt es hier an der nötigen Power (Druck in Verbindung mit Wassermenge).
Das größte Problem ist jedoch die richtige Anwendung. Man muss mit diesem Schlauch nämlich aus der Flussrichtig kommen. Also z.B. bei einem Küchenabfluss aus dem Grundrohr in das richtige Abflussrohr der Küche zum Abzweiger des Spülbeckes. Steckt man den Schlauch einfach in Abflussrichtung von der Spüle ins Rohr, kommt einem das Wasser mit Druck entgegen. Das wird ein besonderer Spaß, wenn man eine verstopfte Toilette im Visier hat und durchs Klo geht. Ohne Fachkenntnisse macht man damit eine Riesensauerei. Auf dem "richtigen Weg" wird es aber gefährlich, denn häufig ist der richtige Zugang in einem Schacht. Steigt man in diesen ein, ohne zuvor die Atmosphäre zu messen, könnte man z.B. plötzlich ohnmächtig werden und an den Faulgasen der Kanalisation ersticken. Das ist kein extremes Horrorszenario, sondern passiert auch Experten: Wir haben jährlich mehrere Tote, die in Abwasser-Schächten oder -Kanälen erstickt sind.
Geht man über eine Revisionsöffnung im Keller (so vorhanden), sollte man ebenfalls genau wissen, was man tut, denn sonst hat man schnell den Keller mit Abwasser geflutet.
Aber auch einfache Zugänge können ihre Tücken haben: Spült man z.B. ein (unbekannt) beschädigtes Grundrohr mit so einem kleine Schlauch, kann es leicht passieren, dass der Spülkopf durch die (unbekannte) Beschädigung ins Erdreich abbiegt und die Rohrleitung frei spült. Das kann ggf. ein Absacken des Erdreiches und so ein Rohrbruch oder schlimmeres nach sich ziehen. "Klemmt" der Schlauch in einem Grundrohr, empfehle ich daher immer, sofort aufzuhören und einen Profi zu rufen
Hat man den Mut und etwas Fachwissen, ist dann aber zumindest die erbrachte Reinigungsleistung unzureichend und man hat sich viel Mühe gemacht, ohne ein echtes Ergebnis zu erreichen. 
Nur zum Vergleich: Ich spüle in der Regel mit 240 bar bei 50 Liter/Minute. 
Letztlich ist HD-Spülen für Heimwerker meiner Meinung nach ungeeignet.

Rohr-Kamera

Bei einer Verstopfung rät ein namenhafter Elektrowerkzeug-Hersteller auf seiner Internetseite zum Griff zur Inspektionskamera:  "(...)Am einfachsten geht das mit einer Inspektionskamera, die du in das Rohr führen kannst. Foto machen, auf dem Display in Farbe oder Schwarz-Weiß angucken und die nächsten Schritte planen. Wenn du dir unsicher bist, was dein Rohr blockiert, kannst du die Bilder auch einem Experten zeigen und dir Rat holen. (...)". Okay, dann wollen wir uns das mal vorstellen: Toilette ist verstopft und jetzt gehe ich mit der Kamera in das braune Wasser, vorbei an ...naja... und dann sehe ich in der trüben Brühe was? Genau: nichts. Also überhaupt nichts, denn dafür müsste das Wasser ja wenigstens völlig klar sein und darf keine Schwebstoffe enthalten. Um wirklich etwas inspizieren und beurteilen zu können, muss das Rohr frei und gereinigt sein. Aber genau hier liegt das Problem. Also hilft einem eine Kamera erst dann, wenn die Verstopfung schon beseitigt ist. Das ist ganz nett, aber hilft im akuten Fall leider überhaupt nicht. Durch das aufgestaute Abwasser hindurch wird man mit einer Kamera nicht die Ursache sichtbar machen können. Hierzu ist dieses schöne Werkzeug leider ungeeignet.

elektrische Spiralen

Es gibt sinnvolle Spiralen bereits ab 100 EUR zu kaufen, die man mit einem vorhandenen Akkuschrauber kombinieren kann. Das große Problem ist die richtige Handhabung. Zum einen kann man sich selbst erheblich am Handgelenk verletzen (bis hin zum Bruch), wenn man das Gerät falsch hält oder mit falscher Drehzahl verwendet. Zum anderen kann man auch das Rohr massiv beschädigen, wenn man die Spirale nicht fachgerecht bedient. Hier in Flensburg und Kiel haben wir in Mehrfamilienhäusern zum Teil Abwasserrohre aus asbesthaltigem Faserzement. Solche Rohre sind mit einer elektrischen Spirale gerade bei höheren Drehzahlen sehr schnell durchbohrt, was bei Staubentwicklung sogar eine Unbewohnbarkeit zur Folge hätte - von gesundheitlichen Schäden und den Folgekosten einmal ganz abgesehen. Deswegen rate ich Heimwerkern von der Nutzung dieser Geräte grundsätzlich ab. 

sinnvolles Werkzeug für Handwerker

Jetzt habe ich so viel über Dinge geschrieben, die weniger sinnvoll sind, da will ich eine Werkzeugempfehlung nicht schuldig bleiben:


Minimum


zusätzlich

  • RoPump
  • kleine Handspirale
  • Sanitär-Dichtungssatz
  • Einweg-Overall


für Heimwerker-Profis

  • größere Handspiralen
  • Inspektionskamera (nur für Vorsorge-Untersuchungen)

WICHTIG: Hygiene

Arbeiten am Abwassersystem sind Arbeiten im (hoch-)infektiösem Bereich! Im Abwasser finden Sie alle möglichen Krankheitserreger und es ist sehr wichtig, sich richtig zu schützen. Je nach Tätigkeit sind medizinische Einweghandschuhe, Gummihandschuhe, Schutzbrille, Maske und Einweg-Overall zu benutzen. Anschließendes Händewaschen und -desinfizieren versteht sich von selbst.
Aber auch der Arbeitsplatz ist - genauso wie das Werkzeug - nach erfolgter Arbeit sorgfältig zu reinigen!

Werden wir doch mal konkret

Hier ein paar unserer Klassiker:

Toilette verstopft

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Du spülst und das Wasser läuft nicht ab. Stattdessen füllt sich die Schüssel.
Was tun? Zunächst einmal ist wichtig zu überlegen, was zuvor - neben den biologischen Ausscheidungen - in die Schüssel gekommen ist und ob das Wasser zuvor problemlos abgelaufen ist.

Davor war noch alles in Ordnung? 

Dann geht es so weiter:
Wenn es vor allem Toilettenpapier war, ist die Angelegenheit mit etwas Geduld häufig schon erledigt. Denn Toilettenpapier löst sich durch das Wasser auf - damit auch die Verstopfung. Wenn das Wasser nach 10 bis 20 min von alleine abläuft, solltest du mehrfach kräftig "hinterher spülen", um Ablagerungen zu verhindern. Beschleunigen läßt sich das Ganze, indem man nach ca. 10 bis 15 min - das Papier muss sich schon anfangen aufzulösen (je mehr Lagen das Papier hat, desto länger dauert das Ganze) - einen Pümpel (Plunger, Saugglocke) zu hilfe nimmt.
Bei Feuchttüchern (analog: Binden & Tampons) ist die Lage anders. Diese lösen sich nämlich nicht auf und haben zudem die unschöne Eigenschaft, an den winzigsten Ecken hängen zu bleiben und zu verhärten. Deshalb gehören Sie ja auch nicht in die Toilette... Aber keine Moralpredigt:  In diesem Fall ist der klassische Pümpel (Plunger, Saugglocke) das erste Mittel der Wahl. Die Idee ist - weil sich Wasser ja nicht verdichten läßt - über das Waser Impulse auf die Verstopfung zu geben und diese so zu lösen. Hierzu soll gerne Wasser in der  Toilettenschüssel stehen (optimal wäre halbhoch). Die Glocke muss gut am Rohreingang anliegen, da wir ja den Impuls zur Verstopfung übertragen und nicht in der Schüssel planschen wollen. Im Idealfall löst sich die Blockierung nach ein paar kräftigen Stößen und das Wasser läuft ab.
Dasselbe Prinzip - wenn auch mit deutlich größerem "Wumms" - verfolgt die sogenannte "RoPump". Das ist ein Profi-Werkzeug ähnlich einer überdimensionierten Luftpumpe und in Baumärkten in der günstigen Version schon ab rund 70 EUR erhältlich. Gut 60% der Toilettenverstopfungen zu denen ich gerufen werde löse ich damit. Allerdings muss man sie richtig anwenden, will man sich nicht mit Schmutzwasser vollspritzen und eine große Sauerei im Bad veranstalten: Zum einen ist der hundertprozentig dichte Abschluss der Gummimuffe im Rohr wichtig. Den erreicht man mit dem richtigen Aufsatz und entsprechend kräftigem Druck. Bei den Baumarktvarianten sind meistens zwei Aufsätze dabei. Für Toiletten immer den längeren der beiden nehmen! Zum anderen besteht der Trick darin, zu saugen und nicht zu drücken. Drückt man und die Verstopfung löst sich nicht, dann entweicht der Druck über? .....genau: das Wasser in der Toilettenschüssel. Wenn man kräftig drückt, wird das ein großer Spaß. Besser ist, man saugt, also man zieht das Wasser und damit die Verstopfung zurück Richtung Toilette, um sie so zu lockern und dann hoffentlich abfließen zu lassen.

Tut es das nicht, sollte der Profi ran. Versierte Heimwerker können noch folgendes versuchen:
Hat man mit der RoPump keinen Erfolg, ist die nächste Eskalationsstufe die Spirale. Wichtig ist, zu bedenken, dass man mit einer durch die Toilettenschüssel eingeführte Spirale die Oberfläche der Toilettenschüssel beschädigen wird. Hier wird sich dann Schutz ablagern und es wird immer dreckig aussehen. Daher gilt: Toilette vorher leer schöpfen und abbauen. Dann sollte man auch die Dichtung am Rohr herausnehmen und am besten durch eine neue ersetzen (beim vorherigen Einkauf im Baumarkt gleich dran denken). Der Tausch der Dichtung ist kinderleicht. Da das Abflussrohr einer Toilette immer einen größeren Durchmesser haben wird, benötigst du eine entsprechend dicke Spirale. Am besten die dickste, die du im Baumarkt findest. Häufig haben die am Ende spitze Zacken, die die Verstopfung "greifen" und lösen. Wenn die Verstopfung in Reichweite der Spirale liegt, wirst du sie so wahrscheinlich lösen können. Bitte überlege aber genau, ob du das wirklich selbst in Angriff nehmen möchtest, denn eine manuelle Spirale macht immer eine riesen Sauerei. Und wenn sie nicht dick genug gewählt ist, wird sie sich nur in der Verstopfung verkaken und dann verdrehen, ohne den gewünschten Erfolg zu erzielen. Richtig blöd wird es, wenn du sie mit Gewalt abdrehst und dann zusätzlich zur Verstopfung auch noch ein Stück Spirale im Rohr hängt. Spätestens dann rufe mich bitte an!

Das Wasser lief schon längere Zeit nicht richtig ab?

Dann sollte man vorsichtiger sein, da du es wahrscheinlich mit einer "angewachsenen" Verstopfung zu tun hast. Zunächst solltest du heraus finden, wo überall das Wasser nicht richtig abläuft. Waschbecken, Dusche, Badewanne ok? Wie sieht es mit den anderen Räumen aus? Damit ortest du die Verstopfung im Rohrsystem. Sobald es über ein Zimmer hinaus geht, benötigst du in der Regel Profiwerkzeug, um überhaupt an den Ort der Verstopfung zu gelangen. Wenn es sich nur auf einen Raum beschränkt, würde ich den Einsatz der RoPump versuchen. Alle schwer ablaufenden Abflüsse mit Wasser füllen und anschließend den Stöpsel drauf. Überläufe mit Frischhaltefolie oder Klebeband verschließen. So soll das Ansaugen von Luft vermieden werden, damit der gesamte Saugimpuls der RoPump auf die Verstopfung wirken kann. Mit etwas Glück klappt das. Wenn das Wasser abläuft, viel und von allen Seiten (Waschbecken, Dusche etc.) nachspülen.
Hast du damit keinen Erfolg, sollte der Profi gerufen werden. Mit der manuellen Spirale wird man hier in aller Regel nichts mehr.

Dusche/ Badewanne läuft nicht ab

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Das mit Abstand häufigste Problem. Und die Ursache sind fast immer Haare in Kombination mit Seife/ Rasierschaum u.ä.. Die gute Nachricht ist, dass du das fast immer alleine geregelt bekommst. Wichtig: Auf keinen Fall die Schraube im Abfluss lösen! Damit löst du die Rohrleitung von der Wanne/ Duschtasse und das Wasser läuft unter die Wanne/ Duschtasse auf den Boden! Ausserdem bekommt man ohne Revisionsklappe (findest du nur noch im Altbau - wird leider seit Jahren fast niergendwo mehr eingebaut) diese Verbindung nicht mehr fest. Das bedeutet dann, Wanne bzw. Duschtasse ausbauen....dazu Fliesen ab.... DAS willst du nicht, glaube mir. 
Aber nun zur Tat:
Pule zuerst mit der Hand alle Haare aus dem Abfluss, die du greifen kannst. Anschließend nutze das vorhandene Werkzeug:


Grundprinzip A: Wasser läßt sich nicht verdichten und überträgt daher am Abfluss erzeugten Druck auf die Verstopfung, die sich so löst und abfließt ("Hydraulik"):

  • Gar kein Werkzeug zur Hand? Dann lasse etwa handbreit Wasser in die Wanne/ Duschtasse laufen und stütze dich mit ausgestrecktem Arm mit einem Handballen auf den Abfuss. Versuche mit der Hand eine Saugglocke zu bilden und "pumpe" Wasser mit kräftigen Stößen in den Abfluss. Das wirkt häufig schon wunder.
  • Mit dem Pümpel (Plunger, Saugglocke) gehst du ebenso vor. Wasser handbreit einlaufen lassen, mit der Glocke den Abfluss verschließen und kräftig "pumpen". Dieser Klassiker funktioniert fast immer.Mit der 
  • Mit der RoPump ist der Erfolg fast garantiert. Sie verfolgt dasselbe Prinzip wie der Pümpel - wenn auch mit deutlich größerem "Wumms".  Die RoPump ist ein Profi-Werkzeug ähnlich einer überdimensionierten Luftpumpe und in Baumärkten in der günstigen Version schon ab rund 70 EUR erhältlich. Zur richtigen Anwengung habe ich bereits unter "Toilette verstopft" ausführlich geschrieben. Für Badewanne, Dusche und Waschbecken ist der kleinere der beiden Baumarkt-Aufsätze der richtige. 


Grundprinzip B: Die Verstopfung wird mit dem Werkzeug direkt gelöst und auf dem Rohr gezogen bzw. zum Abfließen gebracht:

  • Eine kleine Handspirale ist bei älteren Installationen mein Geheimtip. Sie passt durch die kleinen Löcher im Abflusssieb und reinigt vom Siphon bis in das Rohr.



Hast du mit diesen Werkzeugen keine Erfolg, dann liegt das Problem auch nicht an Haaren mit Seife oder Rasierschaum, sondern ganz woanders. 
Gluckert es irgendwie so komisch? Dann könnte es sich um folgende Möglichkeit handeln: Die Belüftung des Abwasserstranges ist zu. Das bedeutet, das Wasser fließt los, zieht die Luft hinter sich her und wird - da keine Luft nachströmen kann - bis zum Stillstand ausgebremst (Stichwort "Vakuum"). An dieser Stelle lagern sich dann sämtliche Schwebstoffe ab und verringern so über die Zeit den Querschnitt des Abflussrohres.    

Es gibt viele Arten der Belüftung. Das können Rohre bis zum Dach sein, im Altbau auch gerne Automatik-Rohrbelüfter oberhalb der Dusche/ Wanne aus Metall oder aktuell häufig solche aus Kunststoff an den Siphonen. Diese Lassen nur Luft ins Rohr und nicht hinaus (wegen des Geruchs). Sitzen diese mechanischen Ventile fest, hat man den beschriebenen Effekt. Der versierte Heimwerker kann diese abbauen und auf Gängigkeit prüfen. Ich würde diese bei Defekten nicht reparieren sondern tauschen, denn Ersatz ist nicht teuer und findet man in jedem Baumarkt.
Damit wäre die Ursache bekämpft, aber noch nicht das Symptom. Wenn das Wasser zuverlässig abläuft, empfehle ich eine intensive Spülung mit heißem Wasser. Mit Geduld kann man so z.B. Seifenreste lösen. Mit einer richtig dimensionierten Spirale kann ein versierter Heimwerker auch mechanisch unterstützen. Aber Achtung: die Spirale kann Dichtungen und Oberflächen dauerhaft beschädigen! Also Toiletten vorher abbauen, nicht durch das Waschbecken, sondern durch ins Rohr gehen, Dichtungen ausbauen und am besten durch neue ersetzt.
Wenn du handwerklich nicht so geschickt bist, dann ist es jedoch besser, für diese "Nacharbeiten" die Profis zu rufen.
Dasselbe gilt, wenniin der mangelnden Rohrbelüftung nicht die Ursache gefunden ist.

Küchenabfluss läuft nicht ab

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Meistens taucht dieses Problem nicht plötzlich auf, sondern wird mit der Zeit immer schlimmer, bis irgendwann gar nichts mehr geht. Wird in der Küche wirklich gekocht, lassen sich Fett, Öle, Essensreste, Kaffeesatz, Tee u.ä. im Abfluss nicht gänzlich vermeiden. Gerade die Kombination aus oben genannten sorgt für ein Zuwachsen des Rohres, damit für eine Querschnittsverringerung und letztlich für eine Verstopfung. Dauerhaft hilft hier nur eine professionelle Rohrreinigung, die immer dann wiederholt werden sollte, wenn sich langsameres Abfließen bemerkbar macht. Diesen Zeitpunkt kann man hinauszögern, indem man das Abflussrohr regelmäßig mit heißem Wasser spült, Kaffeesatz, Öle und Fette weitestgehend im den Abfalleimer entsorgt und mit einem zusätzlichen Sieb Essensreste auffängt, bevor sie ins Rohr gelangen.
Jetzt ist es aber nun mal akut, was also tun?
Pule zuerst mit der Hand alles aus dem Abfluss, was du greifen kannst. Anschließend nutze das vorhandene Werkzeug. Dazu verfolge folgendes Grundprinzip: Wasser läßt sich nicht verdichten und überträgt daher am Abfluss erzeugten Druck auf die Verstopfung, die sich so löst und abfließt ("Hydraulik"):

  • Gar kein Werkzeug zur Hand? Dann lasse etwa handbreit Wasser ins Becken laufen und stütze dich mit ausgestrecktem Arm mit einem Handballen auf den Abfuss. Versuche mit der Hand eine Saugglocke zu bilden und "pumpe" Wasser mit kräftigen Stößen in den Abfluss. Das wirkt häufig schon wunder.
  • Mit dem Pümpel (Plunger, Saugglocke) gehst du ebenso vor. Wasser handbreit einlaufen lassen, mit der Glocke den Abfluss verschließen und kräftig "pumpen". Dieser Klassiker funktioniert fast immer.
  • Mit der RoPump ist der Erfolg schon fast garantiert. Sie verfolgt dasselbe Prinzip wie der Pümpel - wenn auch mit deutlich größerem "Wumms".  Die RoPump ist ein Profi-Werkzeug ähnlich einer überdimensionierten Luftpumpe und in Baumärkten in der günstigen Version schon ab rund 70 EUR erhältlich. Zur richtigen Anwengung habe ich bereits unter "Toilette verstopft" ausführlich geschrieben. Für Badewanne, Dusche und Waschbecken ist der kleinere der beiden Baumarkt-Aufsätze der richtige.


Profitipp: Verschließe zuvor sämliche Überläufe und anderen Stöpsel von an derselben Leitung angeschlossenen Becken. Bei Überläufen ist Nutzung von Frischhaltefolie (die aus Plastik - kein Alu!) oder Klebeband (am besten Tesafilm oder "Tape") sinnvoll. So saugst du keine "Nebenluft" an, sondern wirkst effektiv auf die Verstopfung. 


Wenn vorhanden, kannst du auch eine Spirale einsetzen, und zwar nach folgendem Grundprinzip: Die Verstopfung wird mit dem Werkzeug direkt gelöst und auf dem Rohr gezogen bzw. zum Abfließen gebracht.
Hierzu baue den Siphon ab (damit die Spüle nicht beschädigt wird), entferne die Dichtung am Rohr (am besten immer gleich erneuern) und gehe mit der Spirale direkt ins Rohr. Die Spirale sollte so dick wie möglich sein, um die Kraft übertragen effektiv zu können.
Mit diesen Mitteln wird man zumindest das Wasser zu Ablaufen bewegen. Sollte es nicht klappen, liegt die Ursache tiefer und ein Profi ist gefragt. Nur dieser kann auch das Rohr wirklich nachhaltig reiningen, denn z.B. ausgehärteter Kaffeesatz ist ähnlich schwer zu entfernen wie Zement.

Regenrohr läuft nicht ab

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DIeses Thema wird demnächst ergänzt. Bei akuten Problemem rufen Sie doch einfach mal an!  

Abwasser kommt in der Dusche/ Badewanne hoch

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DIeses Thema wird demnächst ergänzt. Bei akuten Problemem rufen Sie doch einfach mal an!  

Beton ist ins Rohr gelaufen

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Schütten Sie sofort (mit etwas Wasser) alles an Zucker in das Rohr, was Sie auftreiben können. Das verzögert das Abbinden des Betons und erleichtert so die Reinigung. Dann rufen Sie an! Wir können mit Höchstdruck (über 700 bar) auch ausgehärteten Beton aus Rohren spülen oder diese mit Hilfe von Fräs-Robotern wieder frei bekommen. Anschließend sanieren wir das Rohr im Inliner-Verfahren und alles ist wieder gut. Je weicher der Beton, desto günstiger wird es. Also: investieren Sie im Falle des Falles unbedingt in Zucker!